Formate des Dialogs
zu frauen*gesundheitlicher Versorgung von Menschen
mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung

Formate des Dialogs zu frauen*­gesund­heitlicher Versorgung von Menschen mit Flucht- und/ oder Migrations­erfahrung

Das Projekt

Formate des Dialogs setzt sich mit den Gegeben­heiten für Menschen mit Flucht- und/oder Migrations­erfahrung im deutschen Gesundheits­system auseinander. Dabei steht insbesondere die frauen*­gesund­heitliche Versorgung in unserem Fokus. Wir möchten Bedürf­nisse und Hinder­nisse thema­tisieren und einen Dialog fördern zwischen Betrof­fenen, Ärzt_innen, Sozial­arbeiter_innen, Ehren­amtlichen, Orga­nisa­tionen, Verbänden sowie der Öffentlich­keit.

»Viele Ärzt_innen wissen nicht, was die recht­liche und finan­zielle Grund­lage zur Behand­lung von Menschen ohne Gesund­heits­karte ist«

frei nach einem Gepräch mit einem Initiator einer ehren­amtlichen Organisation

Die Zugäng­lich­keit und Wirk­samkeit von Ange­boten ist abhängig von diversen Faktoren, wie u. a.: Die Verständi­gung sowie Verständnis­grund­lage, auf der Menschen mit Flucht- und/oder Migrations­erfahrung mit beratenden Personen kom­munizieren können, der (über-) regionalen Vernetzungs­struktur der Gesund­heits­angeboten, dem Engage­ment beratender Personen und die recht­lichen Rahmen­bedingungen für Menschen im Asyl­verfahren, in Duldung sowie mit Aufenthalts­status.

Ziel des Projekts ist die Gestaltung von Formaten, die eine Sicht­barkeit der Thematik, Ein­beziehung von Menschen mit Flucht- und/oder Migrations­erfahrung, Vernetzung und Stärkung der Akteur_innen und somit die Erleichterung des Zugangs zur Gesundheits­versorgung und deren Wirksam­keit beinhalten. Mögliche Ansätze sind Work­shops, inter­diszi­plinäre Podiums­diskus­sionen, mediale Wissens­vermittlung, eine öffentlich­keits­wirksame Plakat­kampagne, Forder­ungen an Politik und ein Material­pool.

»Als ehren­amtliche Über­setzerin kann ich nicht für alle medi­zinischen Fach­begriffe eine 1:1 Über­setzung finden«

frei nach einem Gepräch mit einer ehren­amtlichen Sprach­mittlerin

Wir arbeiten daran für uns sinn­volle Handlungs­felder aus­zu­machen, indem wir in Kontakt treten mit Menschen mit Flucht- und/oder Migrations­erfahrung und agierenden Personen. Als Gestalter­innen ist es uns wichtig unter­schiedliche Erfahrungen und Anliegen mit­ein­zu­beziehen und zu verstehen, warum bestimmte Bedürf­nisse nicht erfüllt werden. Aus diesem Grund nehmen wir uns in der Recherche­phase des Projekts viel Zeit für persön­liche Gespräche und haben darüber hinaus eine bundes­weite Umfrage für Frauen*­ärzt_innen entworfen.

»Oftmals wird deutsch­sprachiges Material einfach in eine Fremd­sprache übertragen, ohne die Gestaltung zu überdenken. Deswegen suche ich zum Beispiel nach passen­deren Fotos im Internet oder mache sie selbst.«

frei nach einem Gepräch mit einer Work­shop-Leiterin

Bisher fällt uns auf: Verständigung und Verständnis sind häufig Ursache von Hinder­nissen. Zu Miss­verständ­nissen führen nicht nur sprach­liche Barrieren, sondern auch bestehende Dif­ferenzen in Wahr­nehmungs-, Bewert­ungs- und Handlungs­dis­positionen. Ein Groß­teil der von uns gesichteten Material­ien, die zur Infor­mation oder Vermit­tlung zur Verfü­gung stehen, beinhaltet haupt­sächlich Text. Dabei sind Sprache und Text Kommunikations­mittel, die bestimmte Kennt­nisse voraus­setzen und für Mis­sverständ­nisse besonders anfällig sind. Durch Empfehl­ungen und eigene Recherche sind wir auch auf Material­ien gestoßen, die aus unserer Sicht eine adäquatere Art der Kommunikation ermöglichen. In vielen Beratungs­stellen, Gemein­schafts­unter­künften oder Ärzt_innen­praxen sind diese aber nicht zu finden.

»Die Selbst­ständig­keit der Frauen wird gefordert, aber gleich­zeitig durch zum Beispiel büro­kratische Hürden ver­hindert.«

frei nach einem Gepräch mit einer Sozial­arbeiterin

Viele Umstände bedingen sich gegen­seitig. Solange Menschen während des Asyl­verfahrens in manchen Bundes­ländern keine Gesund­heits­karte benutzen können und umständ­licher Büro­kratie ausgesetzt sind, sind sie daran gehindert eigen­ständig über ihre Gesund­heit Entscheidungen zu treffen und können außer­dem nicht alle Leis­tungen in Anspruch nehmen. Auch stehen Ärzt_innen vor der Heraus­forderung ein alter­natives Abrechnungs­system handhaben zu müssen, ohne genaue Kennt­nis darüber zu haben.

Die genannten Schild­erungen sind exemplarisch zu verstehen und zeigen dennoch die Komplex­ität und Viel­fältig­keit der Gegeben­heiten. Aktuell beschäf­tigen wir uns mit der Struktur­ierung der bisher­igen Erkennt­nisse, um uns auf bestimmte Bereiche fokus­sieren zu können.

Wir bedanken uns herzlich für die Offen­heit und Unter­stützung bei: Dr. Eva Klatte, Sophie Wade (Space2Grow), Dr. Gerda Matzel, Anneke Damm (pro familia Leipzig), Medinetz Halle, Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V., Claudia Gansauge und Jeannette Enders (Schwanger­schafts­beratung Leipzig), Berrin Önler-Sayan (Familien­planungs­zentrum BALANCE), Dr. Petra Jung, KuGeL (Kultur­sensible Gesundheits­lotsinnen und -lotsen Leipzig), Dr. Amand Führer, Marie Korn, Ivonne Lischke (Flüchtlings­frauenhaus Halle), Sintoma - Medizin und Gesellschaft Uni­gruppe Halle, Prof. Andrea Tinnes, Pierre Pané-Farré, Prof. Matthias Görlich und Peter Hermans.

»Die Ideen und der Wille sind da, aber oft fehlen Zeit und Geld.«

frei nach einem Gepräch mit einer Projekt­koordinatorin

Über uns

Wir sind Luise Menz, Lena Würsching und Sophie Pischel und studieren seit Oktober 2016 Kommunikations­design an der Burg Giebichenstein Kunst­hochschule Halle. Als Designer­innen wollen wir zur Sicht­bar­keit, Infrage­stellung und Lösung alltäg­licher und gesell­schafts­relevanter Themen beitragen. Wir entwickeln eigen­ständig gestal­terische Konzepte, Strate­gien sowie deren Umsetzung.

Formate des Dialogs wurde Oktober 2019 von uns initiiert.

Kontakt

Wir sind über­zeugt von der Stärke inter­diszi­plinärer Zusammen­arbeit und wünschen uns deshalb auch in Zukunft Diskus­sion und gemein­same Projekte mit Personen aus verschiedenen Bereichen, die unsere Ziele teilen. Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie uns gerne eine Mail an:

kontakt(at)formatedesdialogs.de

Impressum

Luise Menz
Geseniusstraße 33
06110 Halle (Saale)

Sophie Pischel
Scharrenstraße 4
06108 Halle (Saale)

Lena Würsching
Georg-Schumann-Platz 9
06110 Halle (Saale)

kontakt(at)formatedesdialogs.de

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Studiengang Kommunikationsdesign
Neuwerk 7, 06108 Halle

+49 (0)345 7751-830

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Typografie
SangBleu von Ian Party - Swiss Typefaces

Konzept und Gestaltung
Sophie Pischel und Luise Menz

Programmierung
Luise Menz

Gefördert durch